Betrieb


Was treibt jemanden zum Weinbau, wenn nicht die Leidenschaft? Wein machen, anfangs reines Hobby, wurde mittlerweile zum Hauptberuf. Da ich als Quereinsteiger erfahren musste, dass sich ein gutes Produkt nicht von selbst in Flaschen füllt, sondern nur konstante qualitative Optimierung der Arbeit einen guten Wein hervorbringt, steht neben der Leidenschaft zum Wein seine stetige Perfektionierung im Zentrum.

Foto Manuel Nössing


Philosophie

Wenn man sich in unserer Zeit mit der nationalen und globalen Entwicklung der Landwirtschaft kritisch auseinandersetzt, kann man letzten Endes nur zur Erkenntnis kommen, dass eine nach konventionellen Kriterien betriebene Landwirtschaft, in der Ressourcen konstant vernichtet werden, längerfristig keine Lösung sein kann.
Ziel einer wirklich nachhaltigen Produktion muss ein geschlossener Kreislauf sein, in dem ein möglichst intaktes Biosystem erhalten bzw. geschaffen wird und die Umwelt nicht mit Giften sukzessive angereichert wird. Dieses Bewusstsein schafft genügend Motivation den Betrieb auf "BIO" umzustellen, auch wenn es rein ökonomisch betrachtet sicher ungünstig ist, da der Mehraufwand im Weinbau, besonders im Pflanzenschutz und auch in den Begrünungsmaßnahmen beträchtlich ist.
Es gilt die aus einem vitalen Weingarten entspringende Kraft im Wein zu finden, d.h. Weine zu schaffen, die ich selbst trinken möchte, Produkte, die nicht nur gut schmecken, sondern auch gesundheitlich hochwertig sind.


Weingarten

Wein ist flüssiger Boden, aus der Erde geronnenes Elixier. Quelle aller Qualität ist der Weingarten, nichts anderes. Deshalb sehe ich in der Erhaltung der mikrobiologischen Vielfalt des Bodens meine wichtigste Aufgabe und bewirtschafte seit Ende 2016 alle Rebgärten biologisch: Erosionsschutz und der Verzicht auf Insektizide, Herbizide und mineralölbasierte Fungizide sind selbstverständlich. Durch gezielte Begrünung wird auch kein Mineraldünger benötigt.
Um hochwertige Trauben mit intensivem Geschmack keltern zu können, ist auch sorgfältige Arbeit am Rebstock unerlässlich: Ertragsregulierende Maßnahmen wie z.B. ein gezielter Rebschnitt und Traubenausdünnung bilden die Voraussetzung. Mit verschiedenen Pflanzenextrakten wird eine hohe Vitalität und Widerstandsfähigkeit des Rebstockes erreicht. Durch genau zum richtigen Zeitpunkt durchgeführte und angepasste Laubarbeit und möglichst wenig mechanische Bodenbearbeitung wird potentiellen Infektionen vorgebeugt und so die Gesundheit der Trauben gefördert; hohe Laubwand schafft hohe Extrakte. Damit die Trauben unversehrt bleiben und nur das gesunde Traubenmaterial in den Keller kommt, wird behutsam durch selektive Handarbeit gelesen.

Imagefoto1 zum Weingarten Imagefoto2 zum Weingarten Imagefoto3 zum Weingarten Imagefoto4 zum Weingarten Imagefoto5 zum Weingarten Imagefoto6 zum Weingarten


Lagen

Die Weingärten befinden sich alle in Stammersdorf an den Hängen des Bisamberges. Das sich in den Weinen widerspiegelnde Terroir wird aus leichten bis mittelschweren, eher sandigen Lössböden gebildet.

Flache Lagen In den Gernen Chardonnay
Wiener Gemischter Satz - DAC
In den Breiten Grüner Veltliner
Zweigelt
Gabrissen Muskat Otonell
Pinot Gris
Hochfeld Riesling
In den Kreften Riesling
Zweigelt
Pinot Noir
Gritschen Zweigelt
Lagen mit Gefälle In den langen Wiestalen Chardonnay
In den kurzen Wiestalen Wiener Gemischter Satz - DAC
In den Kreften Wiener Gemischter Satz - DAC
Untere Jungenberge Riesling
Grüner Veltliner
Chardonnay
Roter Traminer
Lagen mit stärkerer Neigung Obere Jungenberge Wiener Gemischter Satz - DAC


Der Keller

Der Ursprung hochwertiger Weine liegt erwiesenermaßen im Rebgarten. Im Keller gilt es dem Potential der Trauben seine größtmögliche Entfaltung zu gewähren. Dabei ist es wichtig so wenig wie möglich in den Gärungsverlauf einzugreifen und entgegen dem Markttrend, der immer jüngere Weine fordert, dem Wein genügend Zeit zu geben - also ein schwieriges Unterfangen! Trotzdem bedarf es der genauen Kontrolle, um mit gezielten Maßnahmen wie z.B. der temperaturkontrollierten Vergärung, das gewünschte Resultat zu erreichen.
Die zur fruchtbetonten Linie Bisamberg gehörenden Weißweine werden alle in Stahltanks vergoren. Der für die Lagen- und Reserveweine bestimmte dichtere Weißweinmost wird durch schonende Ganztraubenpressung gewonnen - oft mit Maischestandzeit und eventueller Mostoxidation - und mit Ausnahme des Rieslings direkt im 500 Liter Holzfass vergoren und anschließend ungeschwefelt auf der Feinhefe gelagert. Der Rotwein wird offen auf der Maische im Bottich vergoren und vollzieht anschließend den biologischen Säureabbau im Holzfass.

Imagefoto1 zum Keller Imagefoto2 zum Keller Imagefoto3 zum Keller Imagefoto4 zum Keller Imagefoto5 zum Keller